Mobilställe & Teilmobilställe – Flexible Lösungen für die moderne Landwirtschaft

Jeder Hof und landwirtschaftliche Betrieb ist einzigartig. Hinter einem funktionierenden Unternehmen stecken immer viele Einflüsse, die unterschiedlich zusammenwirken: die Familiengeschichte gehört genauso dazu wie die Größe, die Lage und spezifische Gegebenheiten und Bedürfnisse. Auch unabhängig davon, ist es für landwirtschaftliche Unternehmen – wie für andere Branchen übrigens auch – wichtig, flexibel auf veränderte Marktbedingungen reagieren zu können oder auch sich weiter zu entwickeln.
So suchen Landwirt*innen stets nach möglichst unkomplizierten zusätzlichen Einkommensquellen oder nach einem weiteren Standbein für ihren Betrieb. Mobilställe und Teilmobilställe sind innovative Lösungen für Betriebe, die Legehennen und Masthühner halten (wollen). Während vollmobile Ställe mit hoher Flexibilität punkten und für Herden geeignet sind, bieten teilmobile Ställe eine kostengünstigere Alternative für alle weiteren Bestandsgrößen. Beide Systeme fördern das Tierwohl, schonen die Umwelt und können die Wirtschaftlichkeit durch erstklassige Erzeugnisse und eine nachhaltige Produktion spürbar erhöhen.
Hier geben wir einen Überblick über die flexible Tierhaltung mit Mobilställen und wie Betriebe mit Hühnermobilen Geld verdienen können.

Darum gehts: Mobilställe und Teilmobilställe
Mobilställe sind transportable Stallsysteme, die regelmäßig ihren Standort wechseln können, um den Tieren stets Zugang zum Freien bzw. frische Weideflächen zu bieten. Für das Umsetzen werden die Hühnermobile selbst beispielsweise auf Rädern fortbewegt bzw. auf Kufen oder Schienen per Traktor bewegt. Ganz klassisch wird die Mobilstallhaltung im Bereich der Legehennenhaltung und im geringen Umfang bei der Geflügelmast eingesetzt, aber auch für andere Nutztiere wie Schafe oder Ziegen. Im Bereich der mobilen Legehennenhaltung sind Größenordnungen von 100 bis maximal 2.500 Legehennen je Mobilstall möglich. Bei schlechtem Wetter oder Quarantäne bieten viele Mobilställe Kaltscharräume, in denen die Hühner jederzeit scharren und sich aufhalten können.
Abgrenzung: Worin unterscheiden sich Teilmobilstall und Vollmobilstall?
| Mobilställe | Teilmobilställe |
| Vollständig transportabel, oft mit Fahrwerk. | Beweglich auf Kufen, Rollen oder Schienen innerhalb einer größeren Weidefläche. |
| Geeignet für kleinere Herden (bis zu 600 Tiere). | Kostengünstiger pro Haltungsplatz. |
| Häufig mit autarken Systemen wie Solaranlagen, Wassertanks und Futtersilos ausgestattet. | Ideal für Hühner und Herden, die keine häufigen Standortwechsel benötigen. |
| Flexibel einsetzbar, auch auf weit entfernten Flächen. |
Fazit: Mobilställe machen allgemein einen schnellen Einstieg in die Geflügelhaltung und ein variables Auf- und Abstocken des Bestandes möglich. Teilmobilställe sind zwar weniger flexibel und bewegen sich nur innerhalb einer definierten Fläche und Zeit (ein bis fünfmal jährlich), dafür sind sie im Allgemeinen kostengünstiger in der Haltung.
Die Vorteile der Mobilstallhaltung
Die Mobilstallhaltung bietet für die Tiere, die Betriebe und die Umwelt unterschiedliche Vorteile:
Die Tiere …
- … leben unter optimierten Lebensbedingungen durch stets frische Weideflächen und einer deutlich kleineren Herdengröße.
- … profitieren vom regelmäßigen Standortwechsel, insbesondere durch weniger Parasiten, weil die Ausscheidungen gleichmäßig über die Auslaufflächen verteilt werden und regelmäßig umgesetzt wird.
Die Betriebe …
- … gewinnen Flexibilität bei der Nutzung ihrer Flächen. Sie können z. B. eine bessere Flächenbewirtschaftung durch die natürliche Regeneration der Grasnarbe erreichen. Stichwort: Auslaufmanagement.
- … steigern ihre Produktqualität, z. B. bei Freilandeiern.
- … erschließen sich neue Zielgruppen, insbesondere bei den Verbraucher*innen, die besonderen Wert auf Tierwohl und Nachhaltigkeit legen.
Die Umwelt …
- … „bedankt“ sich für die nachhaltige, rotierende Flächenbewirtschaftung als ressourcenschonendere Variante.
- … wird bei der Mobilstallhaltung weniger belastet durch eine reduzierte Bodenverdichtung, Überdüngung und Überweidung.

Wie lässt sich mit Mobilställen Geld verdienen bzw. ein rentables zusätzliches Standbein aufbauen?
Mobilställe gibt es in zahlreichen Varianten und Größen. Abhängig davon fallen die Investitionskosten sehr unterschiedlich aus. Als ungefähre Richtwerte liegen Mobilställe zwischen 20.000 bis 85.000 Euro, Teilmobilställe bei zwischen 3.000 und 25.000 Euro. Hinzu kommen die laufenden Kosten um z. B. das Mobil umzusetzen, Zäune umzustecken, für die Anfahrten, Wasser- und Futterversorgung etc., die je nach Ort und Stall ebenfalls stark variieren können.
Verschiedene Quellen bestätigen, dass sowohl Investitionskosten als auch Arbeitsaufwand gegenüber Großställen erwartungsgemäß deutlich höher ausfallen können. Das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft beziffert die Kosten eines Tierplatzes bei Mobilställen auf zwei bis viermal so hoch wie bei stationären Ställen. Um diese höheren Ausgaben finanzieren zu können und am Ende einen Gewinn zu erzielen, müssen Betriebe entsprechend höhere Eierpreise bzw. Geflügelfleischpreise erzielen. Zudem können die höheren Investitionskosten über Leasing oder Mietkauf finanziert werden.
Rechnet sich das Hühnermobil durch die höheren Kosten überhaupt? Mobilstallhaltung löst das ein, was sich immer mehr Verbraucher*innen wünschen: Regionalität, bäuerliche Landwirtschaft und Tierwohl. Viele Kund*innen finden die Haltung im Hühnermobil sehr ansprechend und kaufen dann gern regional beim Erzeuger bzw. der Erzeugerin um die Ecke direkt ein, auch wenn dort mehr zahlen als im Supermarkt. Wer neue Wege geht und dabei als Betrieb ganzheitlich denkt, kann diesen Imagegewinn vermarkten und auch finanziell durch nachhaltige und innovative Haltungsformen gewinnen.
Unser Profi-Tipp: Mehr für mehr Tierwohl und regionale Produkte zu bezahlen, dazu sind viele bereit. Hier können Landwirte die Vorteile von Mobilställen voll ausspielen, wenn sie ihren Kund*innen vor Ort die Ausstattung der Ställe zeigen können, damit sie sich selbst überzeugen können, wie gut die Tiere darin leben. Auch wenn besondere Rassen gehalten werden, kann das hängenbleiben und mit dem guten Eindruck leichter vernünftige Verkaufserlöse erzielt werden.
Planung und gesetzliche Anforderungen
Bei der Planung sollte zunächst ein geeigneter Standort gefunden werden, der die Rotation der Flächen und die Integration in bestehende Betriebsabläufe ermöglicht. Hanglagen oder „schwere“ Böden können für das Umsetzen problematisch werden.
Grundsätzlich müssen Mobilställe inklusive Auslauf die Anforderungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung erfüllen. Für Öko-Betriebe gilt darüber hinaus die EU-Öko-Verordnung. Soll der Mobilstall in einem geschützten Gebiet wie einem Naturschutzgebiet aufgestellt werden, muss dies mit der unteren Naturschutzbehörde abgeklärt werden. Gegebenenfalls werden Kompensationsleistungen erforderlich.
Obwohl Mobilställe regelmäßig versetzt werden und vergleichsweise wenige Tiere darin leben, gelten bestimmte bauliche Vorgaben je Bundesland. So kann eine Baugenehmigung nötig sein. Kleinere Gebäude sind oft baugenehmigungsfrei, sie müssen aber in jedem Fall beim zuständigen Bauamt formlos angezeigt werden.
Wie bei den anderen Haltungsformen auch muss der Tierbestand bei der zuständigen Veterinärbehörde gemeldet werden. Sie nimmt auch den Stall ab und setzt die Maximalzahl der Tiere fest, die pro Stalleinheit gehalten werden darf. Wer beabsichtigt, die Eier nach Güte- und Gewichtsklassen zu sortieren, abzupacken und zu vermarkten, braucht zusätzlich eine geeignete Packstelle samt Zulassung.
Unser Profi-Tipp: Weiterführende Informationen zu den gesetzlichen Vorgaben und Fördermöglichkeiten lassen sich beispielsweise beim Bundesinformationszentrum Landwirtschaft, beim Informationsportal Ökolandbau sowie beim Bundesverband Mobile Geflügelhaltung e. V. nachlesen.
Eine Packstelle einrichten
Für den Verkauf muss jedes Ei mit einem Stempel bzw. die Verpackung mit einem Etikett samt Pflichtangaben gekennzeichnet sein. Geeignetes Packstellenzubehör und ein effizienter Ablauf an der Packstelle helfen dabei, Kosten einzusparen.
Diese Basics braucht eine Packstelle:
- hochwertige Eierschachteln: 6er, 10er, fix und fertig mit ansprechenden Etiketten, mit selbstgestalteten Etiketten
- eine Eiersortiermaschine – arbeitet vollautomatisch und extrem präzise bis auf das Gramm genau
- Luftkammermesser
- eine Eierstempelmaschine: schafft bis zu 30.000 Eier in der Stunde
- Umkartons für 6er und 10er Eierschachteln, geschlossen oder offen
- Warenauszeichner zur Eierkennzeichnung
- Bei Mehrwegsystemen: Ein- und Auspackhilfen für 30er Kunststoffhorden
- Geeichte Waage für den Einsatz in anspruchsvollen Industrieumgebungen
Mobilställe als zukunftsweisende Lösung
Mobilställe gelten in der Geflügelhaltung als innovativer Ansatz. Mehr als 3.000 Betriebe – Tendenz stark ansteigend – haben sich der flexiblen Haltungsform geöffnet. Die Teilmobil- oder Vollmobilstallhaltung ermöglicht eine artgerechte Tierhaltung, in dem die Tiere frische Weideflächen und viel Auslauf erhalten – zum Wohl der Tiere und des Bodens. Die Mobilstallhaltung ist für alle Dimensionen denkbar: für kleine Betriebe und Direktvermarkter genauso wie für größere landwirtschaftliche Unternehmen. Moderne Mobilställe sind oft digitalisiert und bieten Vorteile wie eine erhöhte Eierqualität, die Unterstützung einer nachhaltigen Bruderhahn-Aufzucht und eine effiziente, automatisierte Betriebsführung.
Rechnet sich ein Mobilstall? Die höheren Investitions- und Bewirtschaftungskosten, vor allem an abgelegenen Standorten, machen auf den ersten Blick besehen nicht optimistisch. Dennoch lohnt sich der Einstieg mehrheitlich, weil Mobilställe das einlösen, was Verbraucher*innen wollen – mehr Tierwohl – und sie daher bereit sind, mehr zu zahlen. Mit Hühnermobilen können Betriebe einen zukunftsweisenden Schritt gehen und sich als modernes Unternehmen präsentieren, für das eine optimierte Flächennutzung und zufriedene Kund*innen oberste Priorität hat. Mit der richtigen Planung, Umsetzung und Direktvermarktung können Mobil- und Teilmobilställe zu einem wichtigen Baustein für die Zukunft eines Betriebs werden.
Fragen über Fragen? Eileen bringt’s auf den Punkt!
Was sind Mobil- und Teilmobilställe?
- Mobilställe sind vollständig transportable Stallsysteme, während Teilmobilställe nur innerhalb einer begrenzten Fläche bewegt werden können und eine kostengünstigere Alternative darstellen.
Welche Vorteile bieten Mobilställe?
- Sie verbessern das Tierwohl durch frische Weideflächen, erhöhen die Produktqualität und ermöglichen eine nachhaltige Flächenbewirtschaftung.
Welche gesetzlichen Anforderungen gelten für Mobilställe?
- Mobil- und Teilmobilställe müssen die Tierschutz- Nutztierhaltungsverordnung erfüllen, bei Öko-Betrieben zusätzlich die EU-Öko-Verordnung, und je nach Standort können Bauanzeigen oder Genehmigungen notwendig sein.
Rechnet sich ein Mobilstall trotz höherer Kosten?
- Ja, weil Verbraucher*innen zunehmend bereit sind, für mehr Tierwohl, Regionalität und nachhaltige Landwirtschaft höhere Preise zu zahlen.






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